Warum haben es "freie Märkte" so schwer?

Was ist das Erfolgsgeheimnis des "freien Marktes" und wie ihn Freiheitseinschränkung und Korruption in Verruf bringen - Fortsetzung Diskussion mit dem Philosoph Reinhard Matern

 

 

Reinhard Matern  vom 7.9.12

Hallo Markus,
danke für Deine Erläuterungen. Es wird schwierig, wenn es sich nicht um üblicher Endverbrauchermärkte handelt, sondern um Produkte, die Erläuterungen bedürfen: darunter fallen, wenn auch in ganz anderer Weise, Finanzprodukte als auch künstlerische (Musik, Literatur usw.) Produkte oder Prozesse (Tanz). In diesen Fällen sind immer Dritte, Vermittler, involviert, insbesondere medial arbeitende. Hinzu kommen Vermittler, die wie Agenten arbeiten oder die publizieren wie Verlage. Die Märkte sind komplex ;-)

wink Die Funktion von Verbrauchern auf dem Markt beschränkt, weil der Blick hinter die Kulissen manchmal kaum möglich ist.
Viele Grüße

Reinhard

 

 

 

 

Markus Ehrler

Hi, Reinhard,

Sehr gut, Deine Feststellung der Marktkomplexität.

Sie trägt weiter zur Klärung bei. Jeder in der Kette vom Ursprung bis Endkonsum, das können Unzählige sein, tragen einen Teil zum Wohl der Menschen bei, als Anbieter und Nachfrager. Wenn ich als Individuum nicht weiter komme, brauche ich Hilfe von Dritten. Ab wann das der Fall ist, sollte auch jeder frei entscheiden aufgrund seiner Prioritäten. Auch hier hoffe ich, dass ich möglichst GROSSE AUSWAHL habe und nicht nur 1 Anbieter, dem ich schutzlos (missbrauchsgefährdet wegen fehlender Konkurrenz) ausgesetzt bin.

Wenn ich übrigens von Individuum spreche, meine ich auch ein Unternehmen von z.b. 10'000 Beschäftigten (1 Art Verantwortungszelle). Unternehmen dieser Grössenordnung sind ihrerseits in einem Markt der Vielfalt und Freiheit. Weil sie gute und schlechte Erfahrungen machen sind sie sensibel und VERANTWORTUNGSVOLL bei ihrem Handeln, weil sie sonst Wettbewerbsfähigkeit verlieren (deshalb keine Monopole).

Schlechte Erfahrungen gabs in letzter Zeit deshalb, weil sich immer mehr marktfremde verwerfliche Tugenden eingeschlichen haben, dass solche Unternehmen bzw. einzelne Manager sich anstatt Kunden- und Wettbewerbsanforderungen stellten, bequemer mit der politischen Macht paktierten (Korruption) und vice-versa was zu extremen Marktstörungen und politischen Fehlentwicklungen geführt hat. Politik - Banken / Politik - Exporteure z.B. für China, sodass immer grössere Verwahrlosung stattfand. Wegen kurzfristigen egoistischen Gewinnchancen wurde von Verantwortlichen marktwirtschaftliche Ordnungsprinzipien vernachlässigt und damit hat der nötige Druck gefehlt, von China freien Markt zu verlangen, oder dann Handel abbrechen. Hier hat auch der IWF als Währungshüter sträflich versagt. Die Folgen werden wegen nicht marktwirtschaftlich falsch geschaffener Strukturen desaströs sein für die Weltwirtschaft.

 

Schöne Grüsse

Markus

 

 

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